Die Strecke Winkeln - Herisau

Einfach endlich eine Bahn

Seit 1869 besass die Gemeinde Herisau eine Konzession für eine Normalspurbahn von Winkeln nach Herisau. Aufgrund der oben geschilderten Entwicklung wurde aber die Schmalspurbahn gebaut. Bundesrat Dubs gründete für seine geplanten Schmalspurbahn-Bauten die „Schweizerische Gesellschaft für Localbahnen (SLB)", die vom Bund am 23. September 1873 eine Konzession erhalten hatte, die als Normalkonzession für schmalspurige Bahnen in der Schweiz galt.

Aufgrund dieser Konzession baute die SLB die schmalspurige Bahn von Winkeln nach Herisau, welche am 12. April 1875 eröffnet wurde. Damit hatte Herisau seinen lange umstrittenen Anschluss gefunden. Die Fortsetzung nach Urnäsch erfolgte noch im gleichen Jahr, jene bis Appenzell dauerte es weitere 11 Jahre. 1879 verlegte die SLB ihren Sitz von Basel nach Herisau, nachdem sich sonst keine weite-ren Entwicklungen mehr anboten. Auf den 10. November 1885 trat die Namensänderung zu «Appenzeller Bahn» in Kraft.

Die grösste Steigung betrug 35‰, die Höhendifferenz zwischen den Stationen Winkeln und Herisau 90 m. Das Angebot aus dem Eröffnungsjahr umfasste 4 Zugspaare, im letzten Fahrplan von 1913 waren 12 Zugspaare verzeichnet. Die Fahrzeit betrug 15 Minuten.

Winkeln, eigentlich ein Güter-Umschlagsbahnhof

Die AB-Anlagen in Winkeln umfassten vier Schmalspurgleise und ein Umladegleis entlang des SBB-Güterschuppens. Der nach 1913 nicht mehr für die AB benötigte Stationsplatz (13‘000 m²) wurde für 45‘000 Fr. an die SBB verkauft. Die grosse Platztiefe wird heute anderweitig genutzt.

Das Luftbild zeigt den Verlauf der Strecke vom Gübsemsee bis zum Bahnhof Gossau. Bis zum Seilereigebäude ist das Trassee im Gelände noch sichtbar. Die Reststrecke bis kurz vor dem Bahnhof ist den späteren Terrainveränderungen zum Opfer gefallen.

Auf diesem Bild der heutige Bahnofplatz im Bereich des Güterschuppens. Hier entlang liefen die Gleise der Appenzeller Bahn.