Teufen - ein Bahnhof zieht um

Einführung

Die Strecke von St. Gallen bis nach Gais und nachfolgend nach Appenzeller erlebte zwei Planungen. Einmal durch Ingenieur Dardier 1872 - 1874 als Flachbahn, weil die Zahnradbahn noch nicht entwickelt war. Und ein zweites Mal, als Zahnradbahn in den Jahren 1882 bis 1889 unter der Führung der 'Vereinigten Schweizer Bahnen (VSB)'.

Entsprechend den verschiedennen Antriebssystemen unterscheiden sich die geplanten und die realiserten Trassees sehr stark, und mit ihnen die Bahnhöfe oder jedenfalls deren Standorte. Wir werden darum auf der ganzen Strecke neben der Entwicklung der real existierenden Bahnhöfe auch die von Dardier vorgeschlagenen kurz darstellen.

Zur leichteren Orientierung für den Betrachter geben wir hier den entsprechenden Gesamt-Ausschnitt aus dem Plan Dardier von 1874 wieder.

1872 - 1877: der Bahnhof, den es nie gab

Die Geschichte des Bahnhofs Teufen beginnt lange bevor die Bahn gebaut wird.

Nachdem 1856 die Eisenbahn St. Gallen erreicht, wollen in den frühen 1870er Jahren auch die Fabrikanten aus dem Appenzeller Mittelland Anschluss an eine Bahn. Es geht um Transportzeiten und um den Schutz der Güter.

Ingenieur Dardier, der zur gleichen der Zeit auch eine Bahn von Winkeln bis Appenzell plant, wird beauftragt, vorzuschlagen, wie man mit einer Bahn von Gais nach St. Gallen kommen könnte. Er sieht zwei Möglichkeiten: über Teufen - Lustmühle - Haggen oder über Teufen - Speicher nach St. Gallen.

Zahnradbahnen gibt es noch nicht. Für Teufen schlägt Dardier 1874 vor, wo man unter diesen Voraussetzungen einen Bahnhof realisieren könnte.

Der Plan von 1874 kann sich noch nicht auf vermessene Karten beziehen. Der Vorschlag ist im Gelände vermessen und gezeichnet, deshalb ist er etwas schwer zu lesen. Der geografische Bezug fehlt. Wir haben ihn hier hergestellt und können nur bewundern, wie präzise Ingenieur Dardier gearbeitet hat, auch wenn seine Darstellung zum Teil etwas unvermittelt endet, wo er die Information nicht benötigt (zur Kontrolle haben wir einige Häuser und die Gewässer aus dem Dardier-Plan übernommen).

Weil die Zeiten schlecht sind, bricht man das Projekt 1877 vorderhand ab und wartet auf bessere Zeiten.


1889: Wo, bitte, ist der Bahnhof

1889 wird die Bahn zwischen Gais und St. Gallen eröffnet. Es ist eine Zahnrad- und gleichzeitig eine Strassenbahn geworden. Wo in Teufen der Bahnhof liegen soll, ist darum schwierig. Weil die Bahn der Strasse folgt, muss er an dieser liegen. Doch es gibt im Dorfzentrum keinen geeigneten Platz.

Man behilft sich, indem man Personen-Haltestelle und Güterumschlag trennt. Für den Personen-Bahnhof wird der ehemalige Gasthof ”Des Alpes” benützt (der mit ihm zusammengebaute “Schwarze Bären” ist abgebrochen). Die Gleisanlage reicht in den Dorfplatz hinein. Sie weist ein Stumpengeleise, aber keine Kreuzungsstelle auf. Es ist eine Haltestelle, aber kein Bahnhof.

Die Zufahrt von Osten führt mitten über den Dorfplatz, jene von St. Gallen als Zahnstangenrampe über den ehemaligen Zugangsweg zum 'Des Alpes'.

Der 'Bahnhof' Teufen vor dem ehemaligen 'Hôtel des Alpes'

Die kurze Zahnradstrecke im Aufstieg zum vorläufigen Bahnhof

Der Personenverkehr ist zuweilen beachtlich

Zur Not kann auch auf einem Stumpengeleise am Dorfplatz
ein- und ausgeladen werden

Das eigentliche Gütergeleise liegt auf der Liegenschaft 'Roth', wo später auch der Bahnhof gebaut wird.

1909: Die Bahn zieht um in einen richtigen Bahnhof

Noch ist der neue Bahnhof erst ausgesteckt; seine Konturen sind anhand der Markierungspfosten in der Wiese bereits erkennbar. Bäume und Sträucher werden abgeholzt.

Die Bahn zieht um!


Die stolzen Bilder aus dem Rechenschaftsbericht 1909.

 

Auch einen richtigen Güterbahnhof gibt es.

 

Der Bahnhof Teufen im Wandel der Zeit.