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1882:
Start für die Appenzeller Strassenbahn

Die Zeiten haben sich gebessert.

Was die Gaiserbahn mit der Ostalpenbahn zu tun hat


Daniel Wirth-Sand

Studien zur Überwindung der Alpen mit einer Eisenbahn liefen seit den 1850-er Jahren.

Als im Jahre 1863 die zürcherische Nordostbahn (NOB) unter Alfred Escher ihre Pläne einer Splügenbahn aufgibt und am 7. August an der ersten Gotthardkonferenz teilnimmt, bedeutet dies das Ende für alle Alpenbahnprojekte der Ostschweiz.

Das heisst aber nicht, dass man in der Ostschweiz alle Hoffnung begräbt. Der Verwalturatspräsident der Vereinigten Schweizerbahnen (V.S.B.) Daniel Wirth-Sand, hält zäh an diesem Projekt, in welcher Form auch immer, fest.

Zuerst 75 cm breit der Teufener Strasse entlang, dann 100 cm breit über die Ruckhalde

Anfänglich sollte die Bahn mit 75 cm Spurweite der Teufenerstrasse entlang führen.

Doch St. Gallen duldete keine Eisenbahn auf städtischen Strassen. Und Ausserrhoden verlangte, damit die Strasse benützt werden dürfe, eine Spurweite von einem Meter.

Damit wurde das Projekt in dieser Form unmöglich. Es blieben als Möglichkeiten die Ruckhalde oder die Berneghalde (nach St. Georgen).

Adolf Klose, Ingenieur der V.S.B., schlug eine Linie über die Ruckhalde vor und entwickelte dafür spezielle Fahrzeuge, die es erlauben sollten, eine Kehrkurve mit nur 30 m Radius anzulegen.


Fotomontage der ur- sprünglich geplanten Bahn auf der Teufener Strasse.

Erste Planskizze der Ruckhaldenstrecke, mit zwei Varianten. Das “Projekt II” (rot) wurde realisiert.

Finanzierung: Fabrikanten und Ausserrhoder Gemeinden machen mit,
St. Gallen ziert sich.

1882

Als erstes sucht Wirth - und mit ihm Roth - eine Finanzierung. Dazu will Wirth gemäss Prospekt nur einen ausgewählten, finanzkräftigen Kreis einbezogen wissen und lädt nur finanzkräftige Persönlichkeiten (die Fabrikanten des Mittellandes) zur Subskription ein.

Während im Mittelland das Privat- und das Subventionskapital zügig zugesagt wird, tut sich St. Gallen schwer mit dem Projekt. Eigentlich möchte man wohl lieber überhaupt keine Eisenbahn bis in die Stadt hinein und auf den ohnehin stark (mit Fuhrwerken) frequentierten Bahnhofplatz.

Herbst 1886

Auf mehrmaliges Drängen hin sagt die politische Gemeinde 75’000 und die Bürgergemeinde 25’000, zusammen 100’000 Franken Subvention zu.

Danmit kann endlich gegründet werden.

Wie die Finanzierung letztlich aussah, zeigt ein Ausschnitt aus dem Beschluss des Stadtrates vom 26. August 1886.

Die Frage der Einfahrt der Bahn in das Bahnhofareal und der Standort des Kopfbahnhofes der zu bauenden Bahn bleibt vorerst ungelöst und gibt noch Anlass zu Auseinandersetzungen bis kurz vor Inbetriebnahme der Bahn.