Die Voraussetzungen

Gründerzeit


Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts arbeitete der Mensch weitgehend mit seinen Muskeln, mit der Muskelkraft von Pferden, Ochsen, Eseln und anderen Tieren. Hilfe leisteten einzig Mühlen, die am Wasser oder im Wind liefen und - wenn Wasser oder Wind vorhanden waren - ein fast immer durch ein höl­zernes Räderwerk angetrieben waren.

Mit ihrem Siegeszug krempelte die Dampfmaschine die Wirtschaft und die Gesellschaft der ganzen technisierten Wellt um und löste die erste industrielle Revolution aus.

Die wirtschaftlichen Verläufe hängen weltweit im 19. Jahrhundert namentlich von zwei Faktoren ab.

Einerseits ist es die rasante Veränderung der Textilindustrie als damalige Schlüsselindustrie. Mit der Einführung der Webmaschine an der Wende zum 19. Jahrhundert und der Stickmaschine in den 1860er Jahren gewinnt die Textilproduktion eine ungeahnte Steigerung der Pro-duktivität. Damit kann die bis dahin übliche Heimindustrie nicht mehr Schritt halten. Sie bricht zusammen und macht fast flächendeckend der fabrikindustri-ellen Weberei Platz, mit den bekannten sozialen Verwerfungen.

Anderseits führt diese Entwicklung, unterstützt durch einen rasanten Bahnbau, auch zu einer wirtschaftlichen Hochblüte. Überall in Europa und in den USA werden Bahnlinien erstellt und dabei nicht immer ganz sorgfältig geplant und finanziert. Aber die Bahn revolutioniert das Transportwesen und stimuliert den wirtschaftlichen Kreislauf enorm.




Wer nicht an eine Bahn Anschluss findet, droht aus dem Markt zu fallen.

Auch im Appenzellerland werden, vorwiegend auf Betreiben der Fabrikanten, mehrere Bahnlinien gebaut. Die topografischen Verhältnisse bedingen aber immer wieder neue technische Lösungen, die zu eigentlichen Pionierleistungen emporwachsen.